Sie hatte es wirklich gut gemeint…..

……Die rüstige Rentnerin Berta legte für ihre beiden Enkel Moritz und Luis ein Sparkonto an. Jeweils 50 € monatlich zahlte sie ein. Monat für Monat, Jahr für Jahr, elf Jahre lang. Dann wurde sie pflegebedürftig, musste ins Pflegeheim. Die Rente reichte nicht aus, um den Eigenanteil für das Pflegeheim berappen zu können. Somit musste sie leider auch die Investition der Enkel- Konten einstellen. 

Aber gut : bis dahin war ja trotzdem ein gutes Startkapital zusammen gekommen. Für die Heimkosten sprang das Sozialamt ein; fordere jedoch nun von den Enkeln alle Einzahlungen zurück. Darf das Amt das tun ? Ja sagte das OLG Celle, es handelte sich bei den Einzahlungen um zielgerichteten Kapitalaufbau.  Und das ist im Fall der Übernahme der Pflegekosten durch das Sozialamt halt zurückzuzahlen.

Was wie ein Einzelfall aussieht, wird für immer mehr Menschen zur Realität. Laut einer Auswertung des Verbandes der Ersatzkassen aus Januar 2026 beträgt die durchschnittliche Eigenbelastung für Bewohner im Pflegeheim 3245,-. Wer das vom Einkommen, wozu auch die Renten gehören, stemmen kann, muss erstmal sämtliche Vermögenswerte angreifen, bis die aufgebraucht sind. Danach springt das Sozialamt ein. Gleichzeitig prüfen die Behörden aber, ob aus dem Vermögen etwas an andere Personen verschenkt wurde- bis zu 10 Jahre rückwirkend. Wenn das der Fall ist, müssen diese Gelder zurückgezahlt werden, weil die Allgemeinheit nur bis zu einem gewissen Grad belastet werden darf. 

Vielleicht hätte Berta einen Teil der Sparbeiträge in eine Absicherung ihrer Pflegebedürftigkeit investieren sollen. Dann hätte die im Fall der Fälle gegriffen, wäre für die Pflegekosten aufgekommen, und ihr Wunsch, ihren Enkeln etwas Gutes zu tun wäre aufgegangen.

Leider entscheiden sich einige gegen eine solche Variante, weil sie die Kosten dafür massiv überschätzen. In verschiedenen Umfragen kommt immer wieder ein eklatantes Missverhältnis zwischen Einschätzung, was ein solcher Schutz kostet, und der Realität heraus. Um das 3- 4 fache zu hoch werden die Beiträge geschätzt. Natürlich hängt das alles von einigen Faktoren ab, wie überall.

Tatsache ist aber : für die meisten ist es bezahlbar. Auch gibt es Absicherungen, die parallel zur Pflegeabsicherung auch Kapital aufbauen, so ganz nebenher. Dann hätte Berta nicht erst noch ein Sparbuch auflegen müssen, beides – Schutz von Vermögen und Aufbau von Vermögen- in einem Produkt. Und vor allem: ist das eigene Vermögen aufs Spiel zu setzen wirklich eine Alternative ?